Für Baufinanzierer
Lohnt sich ein Zinsrechner auf der Website eines Baufinanzierers?
Ja, aber nicht als Zinsrechner: Kunden suchen nicht ihren Zinssatz, sondern die Antwort auf „Kann ich mir das leisten?“. Ein Rechner lohnt sich, wenn er diese Frage beantwortet — von der Monatsrate zum möglichen Kaufpreis — und nicht nur eine Rate aus einem Zins ausrechnet.
1 Frage„Welcher Kaufpreis passt zu meiner Rate?“ — mit ihr kommen Erstkäufer ins Gespräch, nicht mit einem ZinssatzBeobachtung aus Projekten und Erstgesprächen, keine Statistik
Der Rechner, den jeder hat, beantwortet die falsche Frage
Der übliche Baufinanzierungsrechner fragt nach Darlehenssumme, Zinssatz und Tilgungssatz und gibt eine Monatsrate aus. Das ist die Rechnung der Bank. Der Kunde kennt aber weder seine Darlehenssumme noch den Zinssatz — er kennt die Rate, die er sich zutraut, und sein Eigenkapital.
Ein Rechner, der mit Zahlen beginnt, die der Besucher nicht hat, fühlt sich an wie eine Prüfung. Er wird geöffnet, mit geratenen Werten gefüllt und wieder geschlossen. Solche Rechner gibt es auf jedem Vergleichsportal, und dort sind sie besser gemacht, als ein einzelner Vermittler sie je bauen wird.
Umgekehrt rechnen
Die Version, die sich lohnt, rechnet rückwärts: Monatsrate und Eigenkapital rein, möglicher Kaufpreis raus — mit den Kaufnebenkosten bereits abgezogen. Das ist die Frage, die Menschen stellen, bevor sie überhaupt ein Objekt suchen, und die ein Vergleichsportal selten so stellt.
Für Anschlusskunden gilt dasselbe Prinzip mit anderer Frage: Sie wollen nicht wissen, was sie sich leisten können, sondern was die Verlängerung ihrer Bank im Vergleich kostet. Ein zweiter, kleiner Rechner für genau diesen Fall — Restschuld, angebotener Zins, gewünschte Zinsbindung — ist mehr wert als ein dritter Regler im großen Rechner. Jeder Rechner sollte genau eine Frage beantworten.
Dazu gehört eine Zeile darunter, die sagt, worauf das Ergebnis beruht: welcher Zinssatz angenommen wurde und dass die echte Kondition von Bonität, Objekt und Eigenkapitalquote abhängt. Das ist keine Absicherung, sondern der Übergang ins Gespräch — denn genau diese Unbekannte klärt der Vermittler.
Wann sich ein Rechner nicht lohnt
- Wenn er als eingebettetes Fremdwerkzeug läuft, das Besucher auf eine andere Seite schickt oder dort die Daten einsammelt
- Wenn das Ergebnis eine Zahl ohne nächsten Schritt ist — dann hat der Besucher, was er wollte, und geht
- Wenn der voreingestellte Zinssatz seit Monaten nicht gepflegt wurde und sichtbar vom Markt abweicht
- Wenn der Rechner die einzige Seite ist, die überhaupt Inhalt hat — dann wirkt die Website wie ein Werkzeug, nicht wie eine Person
Der Zinssatz im Rechner ist eine Aussage
Sobald dein Rechner einen Zinssatz vorgibt, machst du eine Angabe über die Kosten eines Darlehens. Für Werbung mit Zinssätzen gegenüber Verbrauchern gelten eigene Regeln aus § 17 PAngV — dazu gibt es einen eigenen Beitrag über Zinsen auf der Website. Für den Rechner heißt das praktisch: Der Zinssatz ist als Annahme gekennzeichnet und kann vom Besucher verändert werden.
Was nach dem Ergebnis passiert — dass die Zahlen ohne zweite Eingabe in die Anfrage übergehen — steht im Beitrag über das Anfrageformular für Baufinanzierung.


