Für Immobilienmakler
Lohnt sich ein virtueller 360-Grad-Rundgang?
Ja, wenn die Interessenten nicht spontan vorbeikommen können — bei Käufern von außerhalb, bei vermieteten Objekten mit eingeschränkten Terminen und im höheren Preissegment. Bei einer Wohnung in der eigenen Stadt mit vielen Interessenten ersetzt er keine Besichtigung und spart kaum Termine.
3 Fällein denen ein Rundgang Besichtigungen ersetzt: Käufer von außerhalb, vermietete Objekte, hohe PreisklasseBeobachtung aus Projekten, keine Statistik
Wofür ein Rundgang wirklich gut ist
Ein Rundgang beantwortet eine einzige Frage besser als alle Fotos: Wie hängen die Räume zusammen? Wo liegt die Küche zum Wohnbereich, wie weit ist das Bad vom Schlafzimmer, wohin geht der Blick vom Flur? Das ist die Information, für die viele Interessenten eine Besichtigung vereinbaren, die sie danach absagen.
Sein Wert steigt mit der Entfernung. Wer aus einer anderen Stadt kauft, fährt für eine Besichtigung einen halben Tag. Mit Rundgang fährt er nur noch zu dem Objekt, das nach dem Rundgang übrig bleibt — und kommt mit Fragen statt mit einem ersten Eindruck.
Wann er sich nicht lohnt
Bei einer gefragten Wohnung in der eigenen Stadt ist der Engpass nicht die Information, sondern die Zahl der Termine. Ein Rundgang sortiert dort kaum jemanden aus, weil die Interessenten ohnehin vorbeikommen wollen. Der Aufwand für Aufnahme und Aufbereitung steht dann in keinem Verhältnis.
Ebenso bei Objekten, deren Stärke nicht im Raum liegt: Ein Haus mit schwierigem Zuschnitt und großartigem Grundstück zeigt im Rundgang vor allem den Zuschnitt.
Die Faustregel, die ich in Erstgesprächen verwende: Ein Rundgang lohnt sich, wenn eine Besichtigung für den Interessenten teuer ist — durch Entfernung, durch knappe Termine oder durch den Preis des Objekts. Ist sie billig, weil er um die Ecke wohnt und das Objekt gefragt ist, kommt er ohnehin.
Die drei Fälle, in denen er sich fast immer rechnet
- Käufer von außerhalb: Kapitalanleger, Rückkehrer, Familien, die für einen neuen Arbeitsplatz umziehen
- Vermietete Objekte: Jede Besichtigung braucht die Zustimmung des Mieters. Ein Rundgang, einmal aufgenommen, spart ihm und dir zehn Termine
- Höhere Preisklasse: Dort ist die Zahl der Interessenten klein und jede Besichtigung lang. Wer vorher den Rundgang gesehen hat, kommt vorbereitet
Wo er auf der Seite stehen muss
Nicht als Knopf am Ende der Bilderstrecke, den niemand findet, sondern direkt neben den Fotos, gleichrangig. Und er sollte auf dem Handy ohne zusätzliche App laufen — ein Rundgang, der erst etwas installieren will, wird nicht geöffnet.
Bei bewohnten Objekten gilt dasselbe wie bei Fotos, nur strenger: Ein Rundgang zeigt jeden Winkel. Was persönlich ist, muss vor der Aufnahme weg.
Was vor der Aufnahme geklärt sein muss
Bei vermieteten Objekten braucht die Aufnahme die Zustimmung des Mieters, denn der Rundgang zeigt seine Wohnung, nicht nur die des Eigentümers. Das ist leichter zu bekommen, als viele denken, wenn man das Argument gleich mitliefert: Eine Aufnahme ersetzt eine lange Reihe von Besichtigungsterminen in seinen Räumen.
Mit dem Eigentümer gehört geklärt, ob der Rundgang öffentlich steht oder nur nach einer Anfrage freigegeben wird, und ob er nach dem Verkauf als Referenz bleiben darf. Ein Rundgang zeigt die genaue Aufteilung eines Hauses — bei einem Objekt mit Sicherheitsbedürfnis ist das eine Information, die nicht jeder Besucher der Seite bekommen sollte.


