Für Immobilienmakler
Wie stellt man Grundrisse auf der Website richtig dar?
Als klare Zeichnung mit Raumnamen und Quadratmetern je Raum, genordet und auf dem Handy ohne Zoomen lesbar — und neben den Fotos, nicht am Ende der Bilderstrecke, weil der Grundriss erklärt, wie die Fotos zusammengehören.
§ 4 WoFlVFlächen unter 2 Metern Raumhöhe zählen nur zur Hälfte, unter 1 Meter gar nicht — der Grundriss muss zur angegebenen Wohnfläche passenWohnflächenverordnung, § 4
Der gescannte Bauplan ist kein Grundriss
Auf vielen Objektseiten steht als Grundriss ein eingescannter Bauplan aus dem Jahr der Errichtung: schief, mit Maßketten, Bleistiftnotizen und einer Schrift, die auf dem Handy niemand lesen kann. Für einen Architekten ist das eine Information, für einen Käufer ist es ein Suchbild.
Ein Grundriss für die Website ist eine Umzeichnung: klare Wände, Türen und Fenster, Raumnamen in lesbarer Größe, die Fläche jedes Raums. Nichts, was ein Laie nicht versteht, und nichts weglassen, was er wissen muss.
Was auf einen guten Grundriss gehört
- Raumnamen und Fläche je Raum in Quadratmetern
- Eine Nordmarkierung — ob das Wohnzimmer nach Süden liegt, ist für viele Käufer die erste Frage
- Fenster und Balkontüren, damit erkennbar ist, woher das Licht kommt
- Bei Häusern: jede Etage einzeln, mit Treppe an der richtigen Stelle
- Dachschrägen gekennzeichnet, wo sie die Nutzfläche einschränken
Die Zahlen müssen zusammenpassen
Ein Interessent, der die Flächen im Grundriss zusammenrechnet und auf eine andere Summe kommt als in den Eckdaten, stellt die ganze Anzeige infrage. Der häufigste Grund ist nicht ein Fehler, sondern eine Regel: Nach § 4 WoFlV zählen Flächen mit weniger als zwei Metern Raumhöhe nur zur Hälfte, unter einem Meter gar nicht, und Balkone und Terrassen in der Regel zu einem Viertel.
Wer ein Dachgeschoss oder einen Balkon hat, sollte im Grundriss kennzeichnen, welche Flächen anteilig gerechnet sind. Dann passt die Summe, und die Frage kommt gar nicht erst auf.
Dasselbe gilt für die Maßstäbe: Ein Grundriss, der zwei Etagen in unterschiedlicher Größe zeigt, lässt das Obergeschoss kleiner wirken, als es ist. Alle Etagen eines Objekts gehören im selben Maßstab gezeichnet.
Wo er auf der Seite steht
Direkt bei den Fotos, als eigenes Bild, das sich groß öffnen lässt — und idealerweise mit einer Verbindung: Wer im Grundriss auf die Küche tippt, sieht das Küchenfoto. Das ist der Moment, in dem die Bilder einen Zusammenhang bekommen.
Bei Off-Market-Objekten ist der vollständige Grundriss oft der Teil, der erst nach der Freigabe sichtbar wird. Öffentlich reicht dann eine vereinfachte Fassung ohne Maße.
Als Bild, nicht als Download
Ein Grundriss, der nur als PDF zum Herunterladen angeboten wird, wird auf dem Handy selten geöffnet. Er gehört als Bild auf die Seite, das sich mit einem Tippen vergrößern lässt, und die Raumliste mit den Flächen zusätzlich als Text darunter.
Der Text hat zwei Vorteile: Er ist lesbar, wenn das Bild zu klein ist, und er ist für Suchmaschinen und Vorleseprogramme verständlich, die mit einer Zeichnung nichts anfangen können. Eine Wohnung mit einem Arbeitszimmer von zwölf Quadratmetern wird so auch von jemandem gefunden, der genau danach sucht.


