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Soll die Telefonnummer auf jeder Seite sichtbar sein?
Ja, wenn unter dieser Nummer jemand abnimmt — dann gehört sie auf jede Seite, auf dem Handy als Knopf, der direkt wählt. Wenn niemand abnimmt, schadet die sichtbare Nummer mehr als ein gutes Formular.
§ 5 Abs. 1 Nr. 2 DDGverlangt Angaben für eine schnelle elektronische Kontaktaufnahme und unmittelbare Kommunikation — nicht zwingend eine TelefonnummerDigitale-Dienste-Gesetz; EuGH, Urteil vom 10.07.2019, C-649/17
Was das Gesetz verlangt — und was nicht
Im Impressum müssen Angaben stehen, die eine schnelle elektronische Kontaktaufnahme und eine unmittelbare Kommunikation ermöglichen, einschließlich der E-Mail-Adresse. Eine Telefonnummer ist dafür nach der Rechtsprechung des EuGH nicht in jedem Fall Pflicht; ein anderer direkter Weg kann genügen.
Die Frage ist also keine rechtliche, sondern eine geschäftliche: Willst du, dass Menschen anrufen? In dieser Branche lautet die Antwort fast immer ja. Wer ein Haus verkaufen oder finanzieren will, möchte vorher eine Stimme hören.
Dazu kommt ein Effekt, der oft übersehen wird: Die sichtbare Nummer wirkt auch auf die, die nicht anrufen. Sie zeigt, dass hinter der Seite ein erreichbarer Mensch steht und keine Firma, die sich hinter einem Formular versteckt. Viele Besucher schreiben am Ende doch lieber — aber sie schreiben, weil sie wissen, dass sie auch hätten anrufen können.
Wo die Nummer stehen muss
- Ganz oben auf jeder Seite, auf dem Handy als Knopf mit Hörer-Symbol, der beim Antippen wählt
- Auf jedem Exposé neben dem Namen des zuständigen Ansprechpartners — nicht nur die Zentrale
- Neben jedem Formular, für alle, die lieber sprechen als tippen
- Ganz unten auf der Seite, zusammen mit Adresse und Erreichbarkeit
Die Nummer allein reicht nicht
Eine Nummer ohne Zeitangabe ist ein Versprechen ohne Inhalt. Wer abends um neun anruft und niemanden erreicht, kommt nicht wieder. Schreib deshalb dazu, wann jemand abnimmt, und leite außerhalb dieser Zeiten auf eine Mailbox, die sagt, bis wann zurückgerufen wird.
Noch besser wirkt ein Name: „Anna Berger, Mo–Fr 9–18 Uhr“ ist ein Mensch. „Zentrale“ ist eine Warteschleife.
Und prüf einmal selbst, was passiert, wenn du die Nummer auf dem Handy antippst. Auf erstaunlich vielen Seiten ist sie nur als Bild oder als normaler Text hinterlegt — dann muss der Besucher sie abschreiben, und genau an diesem Schritt legt er das Telefon wieder weg.
Wann du sie lieber weglässt
Wenn du allein arbeitest, den ganzen Tag bei Besichtigungen bist und Anrufe grundsätzlich erst abends zurückrufst, ist eine prominente Nummer eine Enttäuschung mit Ansage. Dann ist die bessere Lösung ein Rückrufwunsch mit zwei Feldern — Name, Nummer — und einer ehrlichen Zeitangabe, wann du dich meldest. Die Nummer steht dann im Impressum und auf dem Exposé, aber nicht als großer Knopf ganz oben.
Eine Festnetznummer, die im Büro klingelt, während alle unterwegs sind, ist der häufigste Fall dieser Art. Wer sie auf das Handy weiterleitet oder einen Telefondienst einschaltet, der Namen und Anliegen aufnimmt, löst das Problem, ohne die Nummer von der Seite zu nehmen. Entscheidend ist nur, dass beim ersten Anruf jemand abnimmt oder zuverlässig zurückruft.


