Für Bauträger und Projektentwickler
Braucht jedes Bauprojekt eine eigene Domain?
Nicht zwingend: Eine eigene Domain lohnt sich, wenn der Projektname stark ist und beworben wird, ein Unterverzeichnis der Firmenseite reicht bei kleineren Vorhaben — entscheidend ist, dass die Domain nach dem Abverkauf per dauerhafter Weiterleitung auf die Referenz zeigt, statt zu verfallen.
mindestens 1 Jahrsollen Weiterleitungen nach einem Umzug bestehen bleiben, möglichst längerGoogle Search Central, „Site moves with URL changes“
Eigene Domain oder Unterseite — die eigentliche Abwägung
Dass jedes Vorhaben eine eigene Adresse braucht, ist unstrittig. Die Frage ist nur, ob diese Adresse eine eigene Domain ist (quartier-am-park.de) oder ein Pfad auf der Firmenseite (bautraeger.de/quartier-am-park). Beides funktioniert — mit unterschiedlichen Stärken.
- Eigene Domain: leicht zu merken, gut auf Bauschild und Anzeige, wirkt wie ein eigenes Produkt — startet aber bei Google ohne jede Vorgeschichte
- Unterseite der Firmenseite: erbt das Vertrauen, das die Firmendomain bei Google schon hat, und alles, was das Projekt an Verweisen sammelt, bleibt bei dir — ist aber länger und schlechter zu plakatieren
Meine Faustregel
Eigene Domain, wenn das Vorhaben groß genug ist, um als Marke beworben zu werden, und einen Namen trägt, den man in der Stadt ausspricht. Unterseite, wenn das Vorhaben klein ist, der Name austauschbar ist oder die Firmendomain schon gut gefunden wird.
Eine Mischform ist oft die beste: Die kurze Projektdomain steht auf dem Bauschild und leitet auf die Unterseite der Firmenseite weiter. So hast du die Merkbarkeit der eigenen Domain und die Stärke der Firmendomain.
Wichtig ist, dass diese Entscheidung vor dem ersten Bauschild fällt. Eine Adresse, die einmal gedruckt, plakatiert und verlinkt ist, wechselt man nur noch mit Verlust.
Beim Namen auf drei Dinge achten
- Der Name muss so geschrieben werden, wie man ihn hört — keine Bindestriche, die man am Telefon erklären muss, keine Umlaute in der Adresse
- Vor der Namenswahl prüfen, ob die Domain frei ist und ob der Name nicht schon als Marke eingetragen ist
- Die Domain auf die Firma registrieren, nicht auf die Agentur oder den Vertriebspartner
Was nicht hilft: eine Domain für jede Schreibweise
Manche Bauträger registrieren zum Projektnamen mehrere Varianten — mit und ohne Bindestrich, mit Ortszusatz, verschiedene Endungen. Das schadet nicht, bringt aber auch nichts, solange alle Varianten auf dieselbe Seite weiterleiten und nur eine davon beworben wird. Wer auf mehreren Domains denselben Inhalt zeigt, statt weiterzuleiten, macht es der Suchmaschine schwerer, nicht leichter.
Nach dem Abverkauf: weiterleiten, nicht verfallen lassen
Der häufigste Fehler passiert Jahre nach dem Start: Die Projektdomain läuft aus, weil sie niemand mehr braucht. Damit verschwindet alles, was auf sie verweist — Presseartikel, Einträge in Verzeichnissen, Links von Käufern. Im schlimmsten Fall registriert jemand anderes die Adresse und zeigt dort, was er will.
Besser: Die Domain behalten und dauerhaft (Statuscode 301) auf die Referenzseite des Vorhabens auf deiner Firmenseite weiterleiten. Google empfiehlt, solche Weiterleitungen möglichst lange und mindestens ein Jahr bestehen zu lassen. Bei einer Domain, die ein paar Euro im Jahr kostet, spricht nichts dagegen, sie dauerhaft zu behalten.


