Für Makler und Finanzdienstleister
Lohnt sich ein Blog für Makler und Finanzierer?
Ein Blog mit Marktnews und allgemeinen Tipps lohnt sich nicht — eine kleine Sammlung von Seiten, die die Fragen deiner Kunden vollständig beantworten, schon. Der Unterschied liegt nicht im Format, sondern darin, ob der Text etwas enthält, was nur du schreiben kannst.
keine WortzahlGoogle bevorzugt nach eigener Aussage keine bestimmte Textlänge und fragt stattdessen nach eigenen Informationen und AnalysenGoogle Search Central, „Hilfreiche, zuverlässige und nutzerorientierte Inhalte erstellen“
Warum die meisten Maklerblogs nichts bringen
Ein typischer Maklerblog sieht so aus: „5 Tipps für den Hausverkauf“, „Was ist ein Energieausweis?“, „Zinsentwicklung im Frühjahr“. Solche Texte gibt es tausendfach, von Portalen, Banken und Verbraucherseiten mit viel mehr Gewicht. Deiner steht in der Suche hinter ihnen und wird nicht gelesen.
Google fragt in seinen eigenen Hinweisen für Websitebetreiber ausdrücklich, ob ein Inhalt eigene Informationen, eigene Recherche oder eigene Analyse enthält und ob er über das bloße Umschreiben anderer Quellen hinausgeht. Ein weiterer Text mit fünf allgemeinen Tipps besteht diese Prüfung nicht.
Was stattdessen funktioniert
Seiten, die eine Frage beantworten, die dir tatsächlich gestellt wird, mit dem, was du aus deinen Fällen weißt. Nicht „Was ist ein Forward-Darlehen?“, sondern „Lohnt sich ein Forward-Darlehen, wenn meine Zinsbindung in zwei Jahren endet?“ — mit einer Antwort im ersten Satz und den Überlegungen, die du auch im Gespräch anstellst.
Für Makler heißt das: nicht „Tipps zum Verkauf“, sondern „Wie verkaufe ich eine vermietete Wohnung in [deinem Ort]?“ oder „Was passiert, wenn sich Erben über den Verkauf nicht einig sind?“. Das sind Fragen aus der Objektakquise, und wer sie gut beantwortet, spricht genau den Eigentümer an, der gleich einen Makler sucht.
Wie viele Beiträge und wie oft
Kein fester Rhythmus. Ein Blog, der mit einem wöchentlichen Plan startet, steht nach drei Monaten still — und ein letzter Eintrag von vor zwei Jahren wirkt schlechter als gar keiner.
Besser: Eine Liste der zehn Fragen, die in deinen Erstgesprächen am häufigsten fallen. Jede bekommt eine Seite, sobald du eine gute Antwort hast. Danach werden diese Seiten gepflegt, nicht vermehrt.
Der zweite Nutzen, den niemand einplant
Eine gute Antwortseite ist auch ein Werkzeug im Gespräch. Wenn ein Eigentümer am Telefon nach dem Ablauf bei einer Erbengemeinschaft fragt, schickst du ihm danach die Seite. Er liest sie, leitet sie an die Geschwister weiter, und dein Name steht darüber.
Selbst wenn die Seite nie über Google gefunden würde, hätte sie sich damit gelohnt.
Woher die Themen kommen
Nicht aus Werkzeugen für Suchbegriffe, sondern aus deinem Posteingang. Die Fragen, die per E-Mail, am Telefon oder nach einer Besichtigung kommen, sind wörtlich die Fragen, die andere in die Suche tippen. Wer sie einen Monat lang in einer Liste sammelt, hat Stoff für ein Jahr.
- Für Makler: Ablauf bei Erbschaft und Scheidung, Verkauf mit Mieter, Verkauf gegen Leibrente oder Nießbrauch, Unterlagen für den Notar
- Für Finanzierer: Anschlussfinanzierung, Forward-Darlehen, Sondertilgung, Vorfälligkeitsentschädigung bei vorzeitigem Verkauf, Finanzierung als Selbständiger
- Für beide: die Frage, die im Erstgespräch jedes Mal zuerst kommt — sie gehört ganz nach oben


