Für alle, die ihre Website erneuern
Verliert man beim Relaunch seine Google-Platzierungen?
Nicht, wenn jede alte Adresse dauerhaft auf die passende neue weiterleitet — Google schreibt selbst, dass solche Weiterleitungen keine Linkstärke kosten. Verloren geht, was beim Umzug vergessen wird: alte Adressen ohne Ziel, gestrichene Inhalte und die Sperre aus der Bauphase.
mindestens 1 Jahrsollen Weiterleitungen nach einem Website-Umzug laut Google bestehen bleibenGoogle Search Central, „Website mit URL-Änderungen verschieben“
Was Google zum Umzug sagt
Google hat für diesen Fall eine eigene Anleitung. Die wichtigsten Aussagen daraus: Dauerhafte Weiterleitungen (die Technik nennt sie 301) kosten keine Linkstärke. Die Weiterleitungen sollten so lange wie möglich bestehen bleiben, in der Regel mindestens ein Jahr. Und während des Umzugs sind vorübergehende Schwankungen normal, weil Google die Seite neu abruft und neu einordnet.
Bei einer mittelgroßen Website kann es laut Google einige Wochen oder länger dauern, bis überall die neuen Adressen erscheinen. Eine kurze Delle ist also kein Zeichen für einen Fehler. Eine Delle, die nach Monaten nicht zurückgeht, schon.
Wo die Platzierungen tatsächlich verloren gehen
- Alte Adressen, die ins Leere laufen: Aus /leistungen/verkauf.html wird /verkaufen, und niemand verbindet die beiden. Alles, was die alte Adresse an Verweisen gesammelt hat, verfällt
- Inhalte, die beim Neubau gestrichen werden: Der alte Ratgebertext, der seit Jahren Eigentümer brachte, passte nicht ins neue Design — und fehlt jetzt
- Die Sperre aus der Bauphase, die beim Livegang mitgenommen wird und der ganzen Seite sagt, sie solle nicht in die Suche
- Eine neue Domain ohne Adressänderung in der Search Console
Der Ablauf, den ich bei jedem Relaunch einhalte
Vor dem Bau: eine Liste aller bestehenden Adressen, dazu aus der Search Console die Seiten, die Besucher bringen. Diese Liste ist der wichtigste Einzelschritt des ganzen Relaunchs, und sie wird am häufigsten übersprungen.
Beim Bau: für jede alte Adresse ein Ziel auf der neuen Seite, das inhaltlich passt — nicht pauschal alles auf die Startseite. Die Seiten, die Besucher bringen, behalten ihren Inhalt, auch wenn die Gestaltung sich ändert.
Nach dem Livegang: alte Adressen stichprobenartig aufrufen, Sitemap neu einreichen und in den folgenden Wochen den Bericht zur Seitenindexierung beobachten. Wer eine andere Domain bezieht, meldet die Adressänderung zusätzlich in der Search Console.
Der Relaunch als Gelegenheit
Ein Umzug ist der Moment, in dem du Seiten ohnehin anfasst. Dünne Städteseiten zusammenlegen, veraltete Objekte in eine Referenzliste verkaufter Objekte überführen, fehlende Antworten auf Kundenfragen ergänzen — all das fällt im selben Durchgang mit an und kostet später doppelt.
Wichtig ist nur, beides zu trennen, was sich trennen lässt. Wer Domain, Adressen, Inhalte und Gestaltung auf einmal ändert, sieht bei einer Delle nicht mehr, welcher Schritt sie verursacht hat. Wo es geht, bleibt die Domain beim Relaunch gleich.
Und ein letzter Punkt, der mit Google nichts zu tun hat: Alte Adressen stehen nicht nur in der Suche, sondern auch in Exposés, E-Mail-Signaturen, Portalprofilen und auf gedruckten Visitenkarten. Die Weiterleitung fängt sie auf. Trotzdem lohnt es sich, die wichtigsten davon nach dem Umzug selbst zu aktualisieren.


