Für alle, die vor der Technikwahl stehen
WordPress oder eine statische Website: was passt für mich?
WordPress passt, wenn du oft selbst Inhalte einstellst und jemand die laufenden Aktualisierungen übernimmt; eine statische Website passt, wenn sich die Seite selten ändert und du so wenig Wartung und Angriffsfläche wie möglich willst. Die Entscheidung hängt an deiner Pflege, nicht an der Technik.
WordPress 5.5seit dieser Version (11.08.2020) lassen sich Plugins automatisch aktualisieren — die Funktion ist aber standardmäßig ausgeschaltetWordPress-Dokumentation zu Plugin- und Theme-Auto-Updates
Was die beiden Begriffe bedeuten
WordPress ist ein System, das jede Seite bei jedem Aufruf aus einer Datenbank zusammensetzt. Du meldest dich an, änderst Texte in einer Oberfläche, und die Änderung ist sofort sichtbar. Erweiterungen — sogenannte Plugins — bringen Funktionen wie Formulare oder Objektlisten dazu.
Eine statische Website besteht aus fertigen Dateien. Sie wird einmal erzeugt und dann nur noch ausgeliefert. Es gibt keine Datenbank und keine Anmeldung auf der Seite selbst, die jemand angreifen könnte. Änderungen laufen über denjenigen, der die Seite betreut, oder über ein angebundenes Redaktionssystem.
Der Preis der Flexibilität
WordPress ist flexibel, aber es will gepflegt werden. Jedes Plugin ist ein Stück Software eines anderen Herstellers, das aktualisiert werden muss. Seit Version 5.5 kann WordPress Plugins automatisch aktualisieren, doch die Funktion ist ab Werk aus und muss für jedes Plugin eingeschaltet werden — und eine automatische Aktualisierung kann auch etwas kaputtmachen, ohne dass es jemand merkt.
Eine statische Seite hat diese Baustelle nicht. Dafür kostet jede größere Änderung einen Handgriff dessen, der sie gebaut hat.
Dazu kommt der Anmeldebereich: Jede WordPress-Seite hat eine Tür für Redakteure, die im Netz erreichbar ist. Wer schwache Passwörter benutzt oder ehemaligen Mitarbeitern die Zugänge nicht entzieht, lässt sie offen.
Die Entscheidung in drei Fragen
- Wie oft ändert sich etwas? Mehrmals pro Woche neue Objekte spricht für ein System mit Oberfläche. Ein paar Änderungen im Quartal sprechen für statisch.
- Wer übernimmt die Aktualisierungen? Wenn die Antwort „niemand“ ist, ist WordPress die riskantere Wahl.
- Kommen die Objekte ohnehin aus der Maklersoftware? Dann muss niemand auf der Seite selbst etwas einstellen — und der wichtigste Grund für WordPress fällt weg.
Der Mittelweg
Es gibt auch die Kombination: Die Seite wird als fertige Dateien ausgeliefert, aber Inhalte wie Objekte oder Neuigkeiten werden in einer Oberfläche gepflegt, die getrennt von der öffentlichen Seite läuft. Du bekommst die Bequemlichkeit einer Oberfläche und die geringe Angriffsfläche einer statischen Seite.
Der Preis dafür ist eine etwas aufwendigere Einrichtung am Anfang. Für Büros, die regelmäßig Inhalte einstellen und niemanden für Aktualisierungen haben, ist das oft die sauberste Lösung.
Was beide gleich gut können
Sichtbarkeit bei Google, schnelle Ladezeit, gute Darstellung auf dem Handy: Das hängt nicht am System, sondern daran, wie gebaut wurde. Ein schlankes WordPress kann schnell sein, eine überladene statische Seite langsam.
Entscheidend ist, dass der Text im ausgelieferten Code steht und die Seite nicht erst im Browser zusammengebaut wird. Das lässt sich bei beiden Varianten richtig oder falsch machen.


