Zum Inhalt springen
Kazal WebsitesErstgespräch sichern

Für alle, denen eine llms.txt angeboten wurde

Braucht meine Website eine llms.txt?

Nein, nicht als Priorität: Die llms.txt ist ein im September 2024 vorgeschlagenes Format, und Google hat erklärt, sie nicht zu unterstützen. Wer sie anlegt, schadet sich nicht — aber wichtiger ist, dass der Text auf deiner Seite ohne JavaScript lesbar ist.

Von Rafael Ualiyev, Inhaber von Kazal Websites

03.09.2024Tag, an dem Jeremy Howard die llms.txt als Vorschlag für einen Standard veröffentlicht hatllmstxt.org

Was die llms.txt ist

Eine Textdatei im Hauptverzeichnis der Website, ähnlich der robots.txt. Sie soll Sprachmodellen eine kurze Übersicht geben: worum es auf der Seite geht und welche Unterseiten die wichtigsten sind, in einem einfachen Textformat.

Wichtig ist das Wort Vorschlag. Die llms.txt wurde am 3. September 2024 von Jeremy Howard auf llmstxt.org vorgestellt, als Anregung für einen Standard. Sie ist kein Standard eines Gremiums, und niemand ist verpflichtet, sie zu lesen.

Wer sie tatsächlich nutzt

Google hat sich öffentlich festgelegt: John Mueller schrieb im Juni 2025, soweit er wisse, nutze kein KI-System die llms.txt, und verglich sie mit dem alten Keywords-Meta-Tag, das Suchmaschinen seit Jahren übergehen. Gary Illyes bestätigte im Juli 2025, dass Google sie nicht unterstützt.

Von den großen Anbietern der Antwortmaschinen gibt es keine offizielle Aussage, dass die Datei in ihre Antworten eingeht. Dass einzelne Crawler sie abrufen, heißt noch nicht, dass sie etwas bewirkt.

Warum sie trotzdem so oft angeboten wird

Weil sie sich leicht verkaufen lässt: eine Datei, ein sichtbares Ergebnis, ein neues Wort. In Angeboten, die ich zu sehen bekomme, steht sie inzwischen neben „KI-Optimierung“ als eigener Posten.

Das Problem ist nicht die Datei, sondern die Reihenfolge. Wer für die llms.txt bezahlt, während der eigentliche Text der Seite erst per JavaScript entsteht, poliert das Türschild eines leeren Hauses.

Dazu kommt ein praktischer Nachteil: Die Datei ist eine zweite Fassung deiner Inhalte, die gepflegt werden muss. Ändert sich das Team oder das Angebot und die llms.txt bleibt stehen, beschreibt sie eine Firma, die es so nicht mehr gibt.

Wann ich meine Einschätzung ändern würde

Sobald ein großer Anbieter — OpenAI, Anthropic, Google oder Perplexity — in seiner eigenen Dokumentation schreibt, dass die Datei ausgewertet wird. Bis dahin ist sie eine Wette auf die Zukunft mit kleinem Einsatz. Die robots.txt dagegen ist dokumentiert: OpenAI etwa beschreibt öffentlich, welcher seiner Crawler für die Suche in ChatGPT zuständig ist und dass eine Sperre dort die Sichtbarkeit kostet.

Wenn dir also jemand eine llms.txt als Hebel verkauft, frag nach genau dieser Dokumentation. Die Antwort sagt dir mehr über das Angebot als über die Datei.

Die Reihenfolge, die ich empfehle

  • Text im ausgelieferten Code — prüfbar über „Seitenquelltext anzeigen“
  • Die Crawler der Antwortmaschinen in der robots.txt nicht aussperren
  • Eindeutige Angaben zu Firma, Personen und Leistungen, auch als strukturierte Daten
  • Seiten, die echte Kundenfragen in einem Satz beantworten
  • Erst danach, wenn überhaupt: eine llms.txt als kurze Übersicht — Aufwand eine halbe Stunde, mehr darf sie nicht kosten

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance.

Ich baue die Seite, auf der dein Kunde sich für dich entscheidet — nicht die, die er mit zwei anderen vergleicht.

Kostenloses Erstgespräch sichern