Für alle mit eigener Website
Woran erkenne ich, ob meine Website funktioniert?
An drei Dingen, die du jeden Monat zählen kannst: wie viele Anfragen über die Seite kommen, aus welcher Quelle diese Menschen kamen und welcher Anteil davon zu einem Auftrag wird — gemessen mit einem Werkzeug, das ohne Einwilligung auskommt oder sauber danach fragt, wie es § 25 TDDDG verlangt.
§ 25 TDDDGverlangt eine Einwilligung, bevor Informationen auf dem Gerät des Besuchers gespeichert oder ausgelesen werden, sofern sie nicht unbedingt erforderlich sindTelekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz, gesetze-im-internet.de
Nicht Besucher zählen, sondern Anfragen
Die meisten schauen zuerst auf die Besucherzahl. Sie ist die am wenigsten aussagekräftige Zahl, weil sie steigen kann, ohne dass ein einziger Auftrag mehr kommt. Eine Seite funktioniert, wenn sie Anfragen bringt, und die richtigen.
Deshalb gehören drei Zahlen in eine einfache Monatsliste: Anfragen über die Seite, getrennt nach Art (Formular, Anruf, Wertermittlung, Vormerkung), die Quelle jeder Anfrage und das, was daraus wurde — Termin, Auftrag, nichts.
Für Bauträger kommt eine vierte Zahl dazu: Vormerkungen vor dem Vertriebsstart. Sie zeigen, ob ein Projekt Interesse weckt, bevor der erste Preis steht.
Die Frage, die im Erstgespräch am meisten verrät
„Wie hast du uns gefunden?“ Diese Frage kostet nichts, braucht kein Werkzeug und liefert die ehrlichste Zahl, die du bekommen kannst. Stell sie bei jeder Anfrage und schreib die Antwort in deine Kundenverwaltung oder eine Tabelle.
Nach drei Monaten siehst du, ob die Seite eigene Anfragen bringt oder nur Menschen auffängt, die dich ohnehin schon kannten. Beides ist wertvoll, aber es sind zwei verschiedene Aufgaben.
Messen, ohne ein Datenschutzproblem zu bauen
§ 25 TDDDG verlangt eine Einwilligung, bevor Informationen auf dem Gerät des Besuchers gespeichert oder ausgelesen werden, es sei denn, es ist für den gewünschten Dienst unbedingt erforderlich. Klassische Analysewerkzeuge mit Cookies brauchen deshalb ein Einwilligungsbanner — und wer ablehnt, taucht in der Statistik nicht auf.
Die Alternative sind Werkzeuge, die ohne Cookies und ohne Wiedererkennung einzelner Besucher arbeiten und nur Summen erfassen. Sie liefern weniger Einzelheiten, aber dafür vollständigere Zahlen. Für die Frage, ob die Seite Anfragen bringt, reicht das fast immer. Ob ein bestimmtes Werkzeug ohne Einwilligung eingesetzt werden darf, klärt im Einzelfall ein Anwalt oder dein Datenschutzbeauftragter.
Was du zusätzlich messen solltest
- Anrufe von der Seite: eine eigene Nummer nur für die Website oder ein Klick auf die Telefonnummer als Ereignis
- Abbrüche im Formular oder in der Wertermittlung: An welchem Schritt steigen die meisten aus?
- Suchbegriffe in der Google Search Console: Für welche Fragen wirst du gefunden?
- Eigene Zugriffe herausfiltern, sonst misst du vor allem dich selbst
Wie oft du hinschauen solltest
Einmal im Monat reicht. Wer täglich in die Zahlen schaut, reagiert auf Zufall — eine Woche mit zwei Anfragen mehr sagt nichts. Vergleiche Monate miteinander, und bei saisonalen Geschäften denselben Monat im Vorjahr.
Halte dir eine einfache Tabelle mit einer Zeile pro Monat: Anfragen, davon aus der Website, davon Aufträge. Nach einem Jahr ist sie aussagekräftiger als jeder Bericht aus einem Analysewerkzeug.
Und ändere nicht fünf Dinge gleichzeitig. Wer die Startseite umbaut, eine Anzeige schaltet und das Formular kürzt, weiß hinterher nicht, was gewirkt hat.


